Die Story

 

zweiter_affe_final_x_72Müsste man nicht an der Fantasie und Intelligenz eines Ministerialbeamten zweifeln, der nicht auf die Idee käme, die von ihm vergebenen Forschungsaufträge einem Strohmann zu übertragen? Und die beauftragten Studien dann selbst zu schreiben? Insbesondere, wenn sich – man verzeihe den etwas vulgären Ausdruck – ohnehin kein Schwein für diese Studien interessiert?

Micha J. Alzt hatte nicht die geringste, aber auch nicht die allergeringste Ahnung von Umwelt oder Forschung, als eine Clique von Ministerialbürokraten ihn zum Strohmann-Geschäftsführer einer Landesakademie für Umweltforschung machte. Und natürlich hatte er auch nicht die geringste Ahnung von Geschäftsführung. Die idealen Voraussetzungen also.

Mit der heiteren Skrupellosigkeit eines Simplicissimus nimmt Alzt sich der Aufgabe an, die Staatskasse um ein paar Millionen zu erleichtern. Für Rechnungshöfe und parlamentarische Kontrollgremien, die sich ebenso ohnmächtig wie tölpelhaft mühen, einer entfesselten Ministerialbürokratie wieder Herr zu werden, hat er nur Hohn und Spott übrig – genau wie für die geprellten, in politischer Lethargie erstarrten „mündigen“ Bürger und Steuerzahler.

Doch wie lange, fragt man sich, wie lange kann ein solches Geschäftsmodell gut gehen? Wir leben schließlich in Deutschland und nicht in einer Bananenrepublik – oder?

Die Memoiren des professionellen Subventionsfreibeuters Micha J. Alzt lesen sich wie ein klassischer Schelmenroman. Gelacht wird in dieser Geschichte – man ahnt es schon – vor allem auf Kosten des Steuerzahlers. Der Zweite Affe ist jedoch nicht nur ein Leckerbissen für Freunde des gepflegten Sarkasmus und der political incorrectness. Er ist auch ein Buch über den Orientierungsverlust in einer Effizienz- und Dominanzgesellschaft. Das Buch ist ein Muss für alle, die verstehen wollen, wie unser politisches System im Inneren funktioniert – und wo es kläglich versagt.

 

DAS ERSTE KAPITEL

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